Safwn ibn Umaiyya - Der bereuende Standhafte

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Es handelt sich um Safwân ibn Umaiyya  möge Allah mit ihm zufrieden sein, einen der beredten Araber und einen der Edelleute der Quraisch in der vor-islâmischen Zeit der Ignoranz und Unwissenheit. Sein Vater Umaiyya ibn Chalaf wurde am Tag der Schlacht von Badr getötet, und ebenfalls sein Onkel väterlicherseits Ubaiyy ibn Chalaf am Tag der Schlacht von Uhud, nachdem ihn der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) niedergeworfen hatte. Safwân war einer derjenigen, die durch das Speisen von Menschen bei den Quraisch berühmt waren, sodass man sagte: „Es ist nicht geschehen, dass es fünf Leute aus einer Familie gibt, die den Leuten Speisen zu spenden pflegten, außer der Familie von Amr ibn Abdullâh ibn Safwân ibn Umaiyya ibn Chalaf.“

Safwân gehörte zu den Leuten, die dem Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) und dessen Gefährten am heftigsten Feindschaft und Hass gezeigt hatten, bevor er zum Islâm übertrat. Seine Ehefrau Nâdschiyya bint Al-Walîd ibn Al-Mughîra bekannte sich zum Islâm am Tage der Einnahme Makkas. Jedoch beharrte er auf seiner Glaubensverweigerung und seiner Feindschaft gegen den Islâm, bis ihn Allâh zum Islâm rechtleitete. So nahm er den Islâm an und verhielt sich nach dem Islâm in einer guten Weise.

Eines Tages saß Safwân nach dem Badr-Feldzug neben der Ka´ba und begann mit Umair ibn Wahb über das zu sprechen, was die Quraisch in Badr getroffen hatte. Safwân bemerkte, dass sein Freund Umair sich zum Töten des Gesandten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) begeben wollte, jedoch hatte er keine Möglichkeit. Safwân half ihm bei der Verwirklichung dieses Vorhabens. Umair ging nach Madîna und bestand auf dem Töten Muhammads (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken). Jedoch wollte Allâh, dass Umair den Islâm annimmt. So scheiterte Safwân.

Als Makka eingenommen wurde, floh Safwân in eine unbewohnte Gegend zwischen den Bergen in Makka. Umair ibn Wahb, der seine Freundschaft mit Safwân noch bewahrte, wusste dies. Er ging also zum Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) und sagte: „O Gesandter Allâhs, Safwân ibn Umaiyya ist wahrhaftig der Herr seines Volkes. Er ist aus Angst vor dir geflohen, um sich ins Meer zu stürzen. Verleih ihm also Sicherheit, mögen mein Vater und meine Mutter für dich Opfer sein!“ Da sagte der Gesandte (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken): „Ich habe ihm Sicherheit verliehen.“ Umair begab sich vom Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) rasch zur unbewohnten Gegend, in der sich Safwân versteckte.

Als ihn Safwân sah, sagte er zu ihm: „O Umair! Genügt es dir nicht, was du mir angetan hast? Ich habe deine Schuld getilgt und für deine Kinder gesorgt, damit du Muhammad tötest. Jedoch hast du dies nicht getan. Nun willst du mich töten.“ Da sagte Umair: „O Abû Wahb, möge ich Opfer für dich sein! Ich bin zu dir vom gütigsten Menschen, der den Kontakt zur Verwandtschaft am besten pflegt, gekommen. Der Gesandte Allâhs hat dir Sicherheit verliehen.“ Safwân entgegnete: „Ich kehre mit dir nicht zurück, bis du mir ein Zeichen, das ich kenne, bringst.“ Umair kehrte zum Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) zurück und teilte ihm mit, was Safwân wollte. Der Gesandte (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) gab ihm seinen Turban. Umair nahm diesen, begab sich zu Safwân und sagte zu ihm: „Dies ist der Turban des Gesandten Allâhs, o Safwân!“ Safwân kannte diesen und erkannte, dass ihm der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) Sicherheit verlieh. Dann sagte ihm Umair: „Der Gesandte Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) ruft dich einladend zum Islâm auf. Wenn du damit nicht einverstanden bist, lässt er dich zwei Monate, in denen du sicher bist und dich niemand belästigt.“ 

Safwân ging mit Umair, bis beide die Moschee erreichten. Sie fanden den Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) und dessen Gefährten das Nachmittagsgebet verrichten. Safwân stand neben ihnen auf seinem Pferd und fragte Umair: „Wie viele Gebete verrichten sie pro Tag und Nacht?“ Umair antwortete: „Fünf Gebete.“ Safwân fragte weiter: „Betet ihnen Muhammad vor?“ Umair erwiderte: „Ja!“

Nach Beendigung des Gebets stand Safwân vor dem Gesandten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) und rief ihn vor einer Gruppe von Menschen: „O Muhammad! Umair ibn Wahb brachte mir deinen Turban und behauptete, dass du mich zu dir kommen lässt. Wenn ich also mit einer Angelegenheit einverstanden sei, sei es gut, sonst wirst du mich zwei Monate lassen.“ Der Gesandte Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte zu ihm: „Steig ab, o Abû Wahb!“ Da meinte Safwân: „Nein, bei Allâh, bis du mir das erklärst.“ Der Prophet entgegnete: „Steig ab, ich lasse dich sogar vier Monate!“ Safwân stieg ab. Er pflegte sich vor den Muslimen hin und her zu bewegen, während er noch Polytheist war (Ibn Asâkir).

Am Tage der Schlacht von Hunain verlangte der Gesandte von ihm, ihm eine Waffe auszuleihen. Safwân sagte zu ihm: „Freiwillig oder widerwillig, o Muhammad?“ Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) erwiderte: „Freiwillig, als ein fundiertes Darlehen, das ich dir zurückgebe.“ Safwân lieh ihm 100 Panzerhemden und  Schwerter aus. Die Muslime nahmen sie und zogen zum Krieg aus, und er war mit ihnen. (Überliefert von Ahmad.) Sie siegten und sammelten viel Beute. Safwân sah einige Beutestücke für lange Zeit an, als ob sie ihm gefielen. Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) erblickte dies in seinen Augen. Da fragte ihn der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken): „Gefällt es dir?“ Er erwiderte: „Ja!“ Da sagte ihm der Prophet: „Es ist für dich.“ Safwân sagte: „Niemand gibt dies gerne, es sei denn, er ist ein Prophet. Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Allâh gibt und Muhammad Sein anbetend Dienender und Gesandter ist“ (Ibn Asâkir).

Safwân sagte: „Der Gesandte Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) gab mir das, was er mir gab, während er derjenige war, den ich unter den Menschen am meisten hasste. Er gab mir solange, bis er mir der liebste Mensch wurde“ (Muslim).

Safwân blieb in Makka und diente Allah anbetend und führte die Vorschriften des Islâm durch. Eines Tages begegnete ihm ein muslimischer Mann und sagte zu ihm: „O Safwân, wer nicht nach Madîna ausgewandert ist, der geht zu Grunde und ist kein Muslim.“ Safwân war sehr traurig und wanderte nach Madîna aus. Er ließ sich bei Al-Abbâs ibn Abdulmuttalib nieder, der ihn zum Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) brachte. Der Gesandte Allâhs fragte ihn: „Was hat dich gebracht, o Abû Wahb?“ Safwân erwiderte: „Ich habe gehört, dass jemand, der nicht ausgewandert ist, kein Muslim ist.“ Da lächelte der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) und sagte: „O Abû Wahb, kehre nach Makka zurück! Denn es gibt keine Auswanderung nach der Einnahme Makkas, sondern Kampf und guten Vorsatz“ (Überliefert von Al-Buchârî und Muslim.) Safwân beruhigte sich durch diese Worte und kehrte froh nach Makka zurück.

Safwân nahm an den islâmischen Eroberungen zur Zeit des Fürsten der Gläubigen Umar und zur Zeit von Uthmân ibn Affân  möge Allah mit beiden zufrieden sein teil. Safwân bemühte sich um Allâhs willen, bis er im Jahre 42 n. H. in Makka zu Beginn des Kalifats von Mu´âwiya ibn Abû Sufyân  möge Allah mit ihm zufrieden sein verstarb. Er überlieferte viele Hadîthe vom Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken). Die Prophetengefährten und die ihnen nachfolgenden Generationen  möge Allah mit ihnen zufrieden sein überlieferten von ihm.

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