Wie sich der Prophet im Haddsch gegenüber seiner Familie verhielt
11/10/2011| IslamWeb
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Es gibt viele Beispiele, die die Liebenswürdigkeit des Propheten
, gegenüber seiner Familie und seinen Verwandten zeigt. Es sollte jedoch betont werden, dass die Familie des Propheten
mit den Leuten teilte, was sie von ihm lernte. Von Âischa
wird berichtet, dass sie zum Propheten
sagte: „Ich habe gehört, was du deinen Gefährten gesagt hast, und deshalb ließ ich die Umra.“ (Muslim.) Wenn jemand die Riten der Haddsch sorgfältig studiert, dann wird er finden, dass die Familienangehörigen des Propheten
viele entsprechende Regeln überlieferten, weil sie ihm am nächsten waren. Nachstehend werden einige der wichtigen Aspekte der Verhaltensweise des Propheten
ihnen gegenüber aufgelistet:
1. Er lehrte sie, wie sie die Haddsch-Riten verrichten.
Der Prophet
tat sein Bestes um seinen Familienangehörigen die Wichtigkeit der Haddsch-Riten zu lehren, damit deren Anbetungshandlung korrekt und bei Allâh akzeptabel ist. „Ich hörte den Propheten
sagen,“ berichtet Umm Salama
„«O Muhammads Familie! Sprecht die Talbiya mit der Absicht die Umra zusammen mit dem Haddsch zu verrichten!»“ (Muslim). Er
sagte ferner zu Âischa
als sie vor dem Verrichten des Tawâf menstruierte: „Tu alles, was ein Pilger tut, außer dem Tawâf um die Ka'ba!“ (At-Tirmidhî). Er
sagte des Weiteren zu Ughailama ibn Abdulmuttalib
in der Nacht von Muzdalifa: „Wirf nicht die Steinchen vor Sonnenaufgang!“ (At-Tirmidhî).
2. Er tröstete und ermutigte sie.
Der Prophet
pflegte seine Familienangehörigen in schwierigen Zeiten zu trösten. Er
tat das, was ihnen gefiel, solange es mit den Anordnungen Allâhs übereinstimmte. Das wichtigste Beispiel besteht darin, als er
Âischa
weinen sah, weil sie nicht die Umra auf Grund ihrer Menstruation verrichten konnte. Er
ermutigte sie und sagte: „Mache dir keine Sorgen! Du bist weiblich und Allâh hat vorgeschrieben, dass alle Weiblichen dies (Menstruation) haben sollen; also sei in deinem Haddsch und bete zu Allâh, dass er akzeptiert wird!“ – „O Allâhs Gesandter,“ entgegnete sie, “meine Freundinnen werden mit Haddsch und Umra zurückkehren, während ich nur mit dem Haddsch zurückkehre!“ Deshalb wies der Prophet
Abdurrahmân ibn Abû Bakr
an, sie nach Tan'îm (ein Gebiet außerhalb des sakrosankten Bezirks von Makka) zu bringen. Dort sprach sie die Talbiya mit der Absicht die Umra zu verrichten (Al-Buchârî).
3. Er schützte sie vor Sünden.
Der Prophet
engagierte sich sehr, seine Familienangehörigen von ihren Sünden und von den schlechten Taten zu reinigen, die sie vielleicht begangen hatten. Er
rügte und verhinderte jegliche schlechte Tat, über die sie vielleicht nachdachten, wie zum Beispiel, als er Al-Fadl ibn Abbâs
daran hinderte, auf die Frau vom Stamme der Chath'amî zu schauen, die gekommen war, um dem Propheten
eine Frage zu stellen (Muslim).
4. Er ermutigte sie Gutes zu tun.
Der Prophet
pflegte seinem Familienangehörigen nahezulegen gute Taten zu tun, da dies in ihr Proviant für das Jenseits sein werde. Zum Beispiel zog er
eines Tages an einigen seiner Cousins vorbei, die Wasser aus dem Zamzam-Brunnen zogen, damit die Leute davon trinken. „Schöpft weiterhin Wasser, o Söhne des Abdulmuttalib! Würde ich nicht befürchten, dass die Menschen mit euch wetteifern, hätte ich daran teilgenommen, das Wasser mit euch zu schöpfen!“ (Al-Buchârî.)
5. Er wehrte Versuchungen ab.
Die Herzen können schlecht und die Gemüter können durch Verführungen abgelenkt werden. Wenn eine große Anzahl an Männern und Frauen sich am selben Ort versammelt, wird die Gelegenheit für Verführung günstig, vor allem die der Frauen. Der Prophet
war besorgt und sehr vorsichtig, dass seine Familienangehörigen vielleicht anfällig für diese Art von Aufreizung während des Haddsch sein könnten. Zum Beispiel bedeckten seine Ehefrauen
ihr Gesicht im Ihrâm, wenn immer Männer in ihrer Nähe waren, lüfteten ihren Schleier jedoch wieder, wenn die Männer an ihnen vorbeigegangen waren (Al-Buchârî).
Der Prophet
wies seine Ehefrauen an, sich nicht mit Männern während des Tawâf zu vermischen, obwohl Männer und Frauen während dessen Verrichtung zusammen waren, wie es vom Hadîth, der von Umm Salama
überliefert ist, verstanden wird. Sie berichtete, dass der Prophet
ihr sagte: „Verrichte Tawâf hinter den Leuten auf dem Rücken deines Kamels!“ (Al-Buchârî). Eine weitere Version besagt, dass der Prophet
ihr sagte: „Wenn das Gebet der Morgendämmerung ausgerufen wurde, verrichte Tawâf auf dem Rücken deines Kamels, während die Pilger ihr Gebet verrichten!“ Und so tat sie es.
6. Er war wohltätig zu ihnen.
Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass die sanftmütige Einstellung des Propheten
gegenüber seinen Familienangehörigen in der Tat eine Form von Nächstenliebe (oder Almosen) war. All seine Handlungen offenbaren, wie großzügig und edelmütig er ihnen gegenüber war. Es folgt ein Beispiel:
Der Prophet
war eifrig darin, all seine Familienangehörigen mit zur Verrichtung der Haddsch-Riten mitzunehmen und überredete jene, die sich sträubten mit ihm aufzubrechen, wie in der Geschichte von Dhiba'a. „Ich habe Schmerzen,“ sagte sie, als der Prophet
ihr sagte, dass er wolle, dass sie den Haddsch verrichte. „Verrichte den Haddsch vorläufig und sage: 'O Herr, Ich werde meinen Ihrâm dort beenden, wo Du mich festhältst!'“ (Prophetenbiografie).
7. Er fragte nach ihrer Hilfe und beschäftigte sie.
Der Prophet
bat Mitglieder seiner Familienangehörigen um Hilfe und beschäftigte manche von ihnen. Nachstehend sind einige Beispiele:
Der Prophet
bat seine Ehefrau Âischa
Girlanden für seine Opferkamele zu fertigen, indem sie etwas Wolle benutzte, die sie in Madîna hatte, bevor er
in den Ihrâm-Zustand eintrat (Ibn Mâdscha).
Ibn Abbâs
überlieferte ein anderes Beispiel. Er sagte: „Auf dem Rücken seiner Kamelstute sitzend sagte der Prophet
zu mir bei Aqaba: «Sammel sieben Steinchen für mich!» Und so tat ich es.“ (Ibn Mâdscha.)
Der Prophet
bat Ali
die restlichen Schlachtkamele für ihn zu schlachten und wies ihn an, Fleisch, Häute und Decken an die Armen als Almosen zu verteilen. (Al-Buchârî).