Ibrâhîm An-Nachaî überliefert von Al-Aswad ibn Yazîd, dieser habe gesagt: „Abdullâh ibn Mas’ûd äußerte: ‚Ich ziehe es vor, dass jeder der Pilger in einem Zustand des Zerzaustseins und der Reise ist.’“ Al-Aswad unternahm achtzig Reisen, entweder zum Haddsch oder zur Umra, ohne beide gleichzeitig zu vollziehen. Auch Abdurrahmân ibn Al-Aswad pilgerte sechzig Mal, entweder zum Haddsch oder zur Umra, ohne beide Riten zu kombinieren.
Abû Ishâq As-Subaiî berichtete: „Al-Aswad ibn Yazîd hat achtzig Mal sowohl den Haddsch als auch die Umra in einer Reise durchgeführt, und Amr ibn Maimûn hat dies sechzig Mal getan.“
Ibn Schaudhab erzählte: „Ich war bei der Beerdigung von Tâwûs ibn Kaisân in Mekka im Jahr 106 nach der Hidschra anwesend. Dort hörte ich die Menschen sagen: ‚Möge Allâh dir gnädig sein, Abû Abdurrahmân. Du hast den Haddsch vierzig Mal vollzogen.‘“
Ibn Abû Lailâ berichtete: „Als ich Atâ ibn Abû Rabâh besuchte, stellte er mir viele Fragen. Seine Gefährten waren darüber erstaunt. Da sagte er: ‚Warum seid ihr überrascht? Er besitzt mehr Wissen als ich!‘“ Ibn Abû Lailâ fügte hinzu: „Atâ hatte siebzig Mal den Haddsch vollzogen und erreichte ein Alter von hundert Jahren.“
Al-Hasan ibn Imrân, der Neffe von Sufyân ibn Uyaina, berichtete: „Ich begleitete meinen Onkel Sufyân bei seinem letzten Haddsch im Jahr 197 nach der Hidschra. Als wir in Muzdalifa waren, legte er sich nieder und sprach: ‚Seit siebzig Jahren komme ich an diesen Ort und habe jedes Jahr zu Allâh gebetet: »O Allâh, lass dies nicht meinen letzten Besuch sein.« Nun empfinde ich Scham vor Allâh, weil ich diese Bitte so oft wiederholt habe.‘ Er kehrte zurück und verstarb im folgenden Jahr, an einem Samstag, dem ersten Tag des Monats Radschab, im Jahr 198 nach der Hidschra. Seine Grabstätte befindet sich in Al-Hudschûn. Er erreichte ein Alter von einundneunzig Jahren.“
Alî ibn Al-Muwaffaq berichtete: „Ich habe sechzig Mal den Haddsch vollzogen. Danach saß ich am Schwarzen Stein und sinnierte über mein Leben und die zahlreichen Reisen an diesen Ort. Ich war unsicher, ob meine Pilgerreisen angenommen worden waren. Im Schlaf erschien mir jemand und fragte: ‚Lädst du in dein Haus etwa jemanden ein, den du nicht magst?‘ Als ich erwachte, waren meine Zweifel verflogen.“
Eine Magd von Zaid ibn Wahb erzählte: „Zaids Gesicht trug die Spuren der vielen Reisen zum Haddsch und zur Umra, die er auf dem Sattel verbracht hatte.“
Sahnûn Al-Faqîh berichtete: „Abdullâh ibn Wahb hatte sein Leben in drei Abschnitte geteilt: ein Drittel verbrachte er im Ribât (Bewachen der Grenzposten, AdÜ), ein Drittel widmete er dem Unterricht in Ägypten und ein Drittel dem Haddsch.“ Er erwähnte, dass er den Haddsch sechsunddreißig Mal vollzogen hatte.
Von Muhammad ibn Sauqa wird überliefert, dass er sagte: „Man fragte Muhammad ibn Al-Munkadir: ‚Vollziehst du den Haddsch, obwohl du Schulden hast?‘ Er antwortete: ‚Der Haddsch wird meine Schulden tilgen.‘“ Damit meinte er, dass Allâh seine Schulden tilgen würde, wenn er den Haddsch vollzöge.“
Zu denjenigen, die den Haddsch mehr als vierzig Mal vollzogen, zählen Persönlichkeiten wie Sa‘îd ibn Al-Musayyib, Muhammad ibn Sauqa, Bakîr ibn Atîq, Ibn Abû Umar Al-Adanî, Îd ibn Sulaimân, Dscha‘far Al-Chuldî, Al-Abbâs ibn Samura Abû Al-Fadl Al-Hâschimî, Ayyûb As-Sachtiyânî, Hammâm ibn Nâfi, Makkî ibn Ibrâhîm, um nur einige zu nennen.
Unter den Zeitgenossen ist der ehrenwerte Schaich Abdulazîz ibn Bâz – möge Allâh ihm barmherzig sein und ihm einen würdigen Platz in Seinen Gärten gewähren – hervorzuheben.
Eine Anekdote berichtet Ismâ‘îl ibn Umayya von einem Beduinen, den er unterrichtete. Ismâ‘îl ibn Umayya sagte: „Ich kehrte zu dem Beduinen zurück, um zu überprüfen, ob er gut auswendig gelernt hatte. Er erwiderte: ‚Mein Neffe, glaubst du etwa, ich hätte nicht auswendig gelernt? Ich habe sechzig oder siebzig Mal den Haddsch vollzogen und habe bei jeder Pilgerfahrt mein Reitkamel im Gedächtnis bewahrt!‘“
Fazit: Es ist wünschenswert, so häufig wie möglich Haddsch und Umra zu verrichten. Dies wird durch zahlreiche Texte belegt, darunter:
Der Hadîth von Abdullâh ibn Mas’ûd: „Der Gesandte Allâhs (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: ‚Vollzieht den Haddsch und die Umra nacheinander, denn sie tilgen Armut und Sünden, so wie der Blasebalg die Unreinheiten von Eisen, Gold und Silber entfernt. Und der Lohn für eine angenommene Haddsch ist nichts anderes als das Paradies.‘“
Von Abû Huraira (möge Allâh mit ihm zufrieden sein) wird überliefert: „Der Gesandte Allâhs (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: ‚Wer zu diesem Haus (Ka’ba) die Pilgerfahrt vollzieht und dabei weder Beischlaf noch Sünden begeht, der kehrt zurück wie am Tag, an dem seine Mutter ihn gebar.‘“
Von Abû Huraira (möge Allâh mit ihm zufrieden sein) wird überliefert: „Der Gesandte Allâhs (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: ‚Die Umra bis zur nächsten Umra ist eine Sühne für die Sünden dazwischen, und der Lohn für einen angenommenen Haddsch ist nichts anderes als das Paradies.‘“
Von Abû Huraira wird überliefert: „Der Gesandte Allâhs (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) wurde gefragt: ‚Welche Tat ist die beste?‘ Er antwortete: ‚Der Glaube an Allâh.‘ Er wurde gefragt: ‚Und danach?‘ Er antwortete: ‚Der Einsatz auf dem Weg Allâhs.‘ Er wurde gefragt: ‚Und danach?‘ Er sagte: ‚Ein angenommener Haddsch.‘“
Von Âischa, der Mutter der Gläubigen (möge Allâh mit ihr zufrieden sein), wird überliefert, dass sie sagte: „Gesandter Allâhs, wir sehen den Kampf als die beste Tat an. Sollen wir nicht kämpfen?“ Er sagte: „Nein, aber der beste Kampf ist ein angenommener Haddsch.“
Von Ibn Schimâsa Al-Mahrî wird überliefert: „Wir waren bei Amr ibn Al-Âs anwesend, als er im Sterben lag. Er weinte bitterlich und wandte sein Gesicht zur Wand. Sein Sohn wiederholte immer wieder: ‚O Vater, hat der Gesandte Allâhs (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) dir nicht dies und das versprochen?‘ Amr wandte sich schließlich zu seinem Sohn und sagte: ‚Das Beste, was wir erhoffen können, ist das Glaubensbekenntnis, dass es keinen Gott außer Allâh gibt und dass Muhammad der Gesandte Allâhs ist. Ich habe drei Phasen durchlebt: Ich erinnere mich an die Zeit, als ich den Gesandten Allâhs (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) am meisten hasste und nichts mehr wollte, als ihn in meine Gewalt zu bekommen und ihn zu töten. Wäre ich damals gestorben, wäre ich in die Hölle gelangt. Doch als Allâh den Islâm in mein Herz legte, ging ich zum Propheten (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) und sagte: ‚Strecke deine rechte Hand aus, damit ich dir den Treueid schwöre.‘ Er streckte seine rechte Hand aus, und ich zog meine Hand zurück. Er fragte mich: ‚Was ist los mit dir, Amr?‘ Ich sagte: ‚Ich möchte eine Bedingung stellen.‘ Er entgegnete: ‚Welche Bedingung?‘ Ich sagte: ‚Dass mir vergeben wird.‘ Daraufhin erklärte er: ‚Weißt du nicht, dass der Islâm alles zuvor Begangene tilgt, ebenso wie die Auswanderung (Hidschra) und die Pilgerfahrt (Haddsch)?‘“
Zwei wichtige Aspekte:
1. Selbst wenn es neben der Tatsache, dass der Haddsch eine der fünf Säulen des Islâm ist, keine weitere Überlieferung gäbe, die seinen besonderen Wert unterstreicht, wäre dies allein schon ausreichend. Allâh sagt im Qurân: „Und Allâh steht es den Menschen gegenüber zu, dass sie die Pilgerfahrt zum Hause unternehmen – (diejenigen,) die dazu die Möglichkeit haben. Wer aber ungläubig ist, so ist Allâh der Weltenbewohner unbedürftig“ (Koran 3:97). Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Der Islâm beruht auf fünf Säulen: dem Glaubensbekenntnis, dass es keinen Gott außer Allâh gibt und dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist, dem Verrichten des Gebets, dem Entrichten der Zakâ, dem Haddsch zum Haus (Ka’ba) und dem Fasten im Ramadân.“ Auch als der Engel Gabriel (Dschibrîl) den Propheten über den Islâm befragte, zählte er die fünf Säulen auf, darunter ausdrücklich die Pilgerfahrt.
2. Eine Gruppe von Gelehrten, darunter Imâm Ibn Al-Mundhir, vertritt die Ansicht, dass ein angenommener Haddsch alle Sünden tilgt. Diese Auffassung stützen sie auf die oben genannten Überlieferungen. Es handelt sich hierbei um eine starke Meinung.
Mein Bruder, lass dich bitte nur von einem zwingenden Grund davon abhalten, den Haddsch zu vollziehen, und scheue dich nicht davor, ihn bald anzutreten. Das Leben ist kurz, und die Gelegenheiten, diese Pflicht zu erfüllen, sind kostbar. Natürlich können bestimmte Umstände eine häufigere Pilgerfahrt erschweren. Doch nur Gelehrte, die den Qurân und die Sunna gründlich kennen, können beurteilen, ob solche Gründe wirklich stichhaltig sind.
„Die Ständige Kommission für wissenschaftliche Forschung und Rechtsgutachten“ hat dazu klargestellt: „Allâh hat den Haddsch für jeden finanziell und gesundheitlich dazu befähigten Muslim einmal im Leben zur Pflicht gemacht. Alles darüber hinaus ist freiwillig und eine Möglichkeit, sich Allâh anzunähern. Es gibt keine feste Anzahl für zusätzliche Pilgerfahrten. Vielmehr hängt die Häufigkeit von verschiedenen Faktoren ab, wie der persönlichen finanziellen Situation, der Gesundheit, den Bedürfnissen der Familie und der Bedürftigen, den Interessen der muslimischen Gemeinschaft und dem persönlichen Beitrag des Einzelnen. Jeder Muslim sollte seine individuellen Umstände sorgfältig abwägen und das tun, was für ihn und die Gemeinschaft am besten ist.“


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