In Teil 1 ging es darum, dass es Angelegenheiten und Anbetungen gibt, die ihrem Wesen nach vorzüglicher sind als andere – wie das Lesen des Qurân im Bereich des Dhikr (Gedenken an Allah) und Aussagen, denn dies sind die besten Taten der Zunge. Und wie das Gebet im Kapitel der Anbetungen des Körpers und Ähnliches, denn „das Gebet ist das Beste, was es gibt“ und „Wisst, dass das Beste eurer Handlungen das Gebet ist“. Aber es kann Umstände geben, die es aus einem anderen Grund oder einer anderen Richtung weniger vorzüglich machen als andere Taten.
Erstens: In Bezug auf die Berücksichtigung von Zeit und Ort
Der Grundsatz hier ist, dass das Vorzügliche zu jeder Zeit „die Pflicht der Zeit (Wâdschib Al-Waqt)“ ist – das, was Allah und Sein Gesandter zu tun befohlen haben. Denn es ist, auch wenn es zu einer anderen Zeit weniger vorzüglich ist, in dieser Zeit vorzüglich. Wie das Wiederholen des Gebetsrufs (Adhân) hinter dem Mu`aḏḏin, die Morgen- und Abend-Dhikr zu ihrer Zeit, die Schlaf-Dhikr und andere festgelegte Dhikr und Bittgebete – sie werden zu ihrer Zeit vorgezogen und sind vorzüglicher als das Lesen des Qur’an. Ebenso ist der Lobpreis (Tasbîh) im Verbeugen (Rukû´) und in der Niederwerfung (Sudschûd) größer als das Lesen des Qurân darin, denn es ist darin sogar verboten. Und das Gebet an sich ist vorzüglicher als andere Handlungen, aber zu den verbotenen Zeiten ist es weniger vorzüglich. Und das Gebieten des Rechten und Verbieten des Verwerflichen zum Zeitpunkt seines Auftretens ist größer als das Lesen des Qurân und das Unterlassen des Gebietens und Verbietens.
Hierauf weist der Scheich Al-Islâm, möge Allah sich seiner erbarmen, bereits hin. Und er sagte auch: „Das weniger Vorzügliche zur rechten Zeit und am rechten Ort ist vorzüglicher als das Vorzügliche.“ Und er sagte: „Das weniger Vorzügliche am rechten Ort vorzüglicher und ist vorzüglicher für denjenigen, für den das Vorzügliche nicht geeignet ist.“
Man kann dies auch damit veranschaulichen, dass das freiwillige Gebet im Allgemeinen vor anderen Handlungen vorgezogen wird – „das Gebet ist das Beste, was es gibt“, „Wisst, dass das Beste eurer Handlungen das Gebet ist“. Und dennoch: „Das Lesen, der Dhikr und das Bittgebet zu den Zeiten, in denen das Gebet verboten ist – wie die fünf Zeiten und die Zeit der Predigt – sind vorzüglicher als das Gebet. Und der Lobpreis (Tasbîh) im Verbeugen (Rukû´) und in der Niederwerfung (Sudschûd) ist vorzüglicher als das Lesen, und der letzte Taschahhud ist vorzüglicher als der Dhikr.“
Zweitens: In Bezug auf die Fähigkeit und das Unvermögen
Das allgemein Vorzügliche kann für denjenigen, der es nicht vermag oder dem es schwerfällt, es auszuführen – entweder wegen einer Schwäche in ihm oder wegen einer Eigenschaft, die ihn daran hindert – weniger vorzüglch sein. Ibn Taymiyya sagte: „Und es kann sein, dass das weniger Vorzüglich für denjenigen, der es vermag und davon Nutzen hat, vorzüglicher ist als das Vorzügliche für denjenigen, der nicht so ist.“ (Madschmû´ Al-Fatâwâ 11/399). Und er sagte: „Und es kann sein, dass der Mann unfähig ist zum Vorzüglichen, sodass das, was er vermag, für ihn vorzüglicher ist – und Allah weiß es am besten.“ (Madschmû´ Al-Fatâwâ 14/433). Und er sagte: „Die meisten Menschen sind unfähig zu den vorzüglichsten Handlungen. Wenn sie ihnen befohlen würden, würden sie sie auf eine Weise tun, von der sie keinen Nutzen haben oder nur einen geringen Nutzen. So kann für einen dieser Menschen die Handlung, die ihm entspricht und von der er Nutzen hat, vorzüglicher sein als das, was nicht so ist.“
(Was für jeden Menschen vorgeschrieben ist, ist, das Gute zu tun, was er vermag, wie Allah, der Erhabene, sagte: “So fürchtet Allah, so viel ihr könnt.“ (Sûra 64:16). Und wenn sich die Zweige des Glaubens (Schu´ab Al-Îmân) überhäufen, dann gibt er dem den Vorzug, was Allah am wohlgefälligsten ist und wozu er am ehesten fähig ist. Denn es kann sein, dass er zum weniger Vorzüglichen fähiger ist als zum Vorzüglichen, und er erlangt dadurch etwas Vorzüglicheres, als er durch das Vorzügliche erlangen würde.) (Madschmû´ Al-Fatâwâ 7/651-652)
Drittens: In Bezug auf den Nutzen aus der Handlung
Das Vorzügliche variiert je nach den verschiedenen Zuständen der Menschen und dem, was sie an Zielen der Religion, Nutzen des Herzens und Zuständen des Glaubens verwirklichen. „Es kann sein, dass die Religion eines Menschen durch die geringere Handlung heilsamer wird als durch die vorzügliche, sodass sie für ihn vorzüglicher wird. Ja, es kann sogar sein, dass das Tun der geringere Handlung für ihn nützlicher ist. ... Welche Handlung auch immer nützlicher und für Allah gehorsamer ist, die ist für ihn vorzüglicher als das Aufbürden einer Handlung, die er nicht in der richtigen Weise ausführt.“ (Madschmû´ Al-Fatâwâ 7/652)
Ibn Taymiyya sagte: „Die Anbetung, von der er Nutzen hat, bei der sein Herz anwesend ist, zu der er Neigung hat und die er liebt, ist vorzüglicher als eine Anbetung, die er in Unachtsamkeit und ohne Neigung verrichtet.“
Und zu seinen Worten in diesem Kapitel gehört auch seine Aussage: „Und es kann sein, dass der Nutzen mancher Menschen aus der geringen Handlung größer ist – je nach seinem Zustand – entweder weil sein Herz dabei versammelt ist und seine Brust sich dafür öffnet und seine Kraft dafür vorhanden ist – wie derjenige, der dies manchmal beim Dhikr findet, nicht aber beim Lesen (Qirâ`a) –, sodass die Handlung, die er in vollkommener Weise verrichtet, für ihn vorzüglicher ist als die Handlung, die er in unvollkommener Weise verrichtet, selbst wenn die Art dieser vorzüglicher ist. Und es kann sein, dass der Mann unfähig zum Vorzüglichen ist, sodass das, was er vermag, für ihn vorzüglicher ist – und Allah weiß es am besten.“
Und zu den Dingen, die man wissen sollte, gehört, dass die Vorzüglichkeit des Lesens, des Dhikr, des Bittgebets (Du´â`), des Gebets und anderem sich je nach dem Zustand des Mannes unterscheiden kann. Das nachdenkliche Lesen ist vorzüglicher als das Lesen ohne Nachdenken. Und das Gebet in Demut (Chuschû´) und Anwesenheit des Herzens ist vorzüglicher als das Gebet ohne dies.
Und es kann sein, dass die geringe Handlung entsprechend dem Zustand der bestimmten Person vorzüglicher ist – entweder weil sie unfähig zum Vorzüglichen ist oder weil ihre Liebe, ihr Verlangen, ihre Sorge und ihr Nutzen aus der geringen Handlung größer sind – sodass sie für ihn vorzüglicher ist, wegen des, was damit an vermehrter Handlung, Liebe, Willenskraft und Nutzen verbunden ist. Aus diesem Kapitel wird der Dhikr für manche Menschen zu manchen Zeiten besser als das Lesen, und das Lesen für manche von ihnen zu manchen Zeiten besser als das Gebet und Ähnliches – wegen der Vollkommenheit ihres Nutzens daraus, nicht weil es in seiner Art vorzüglicher ist.
Und wenn sich die Aspekte frommen Handelns überlappen, dann gibt man dem den Vorzug, was Allah am wohlgefälligsten ist und wozu er am ehesten fähig ist. Denn es kann sein, dass er zum weniger Vorzüglichen fähiger ist als zum Vorzüglichen, und er erlangt dadurch etwas Vorzüglicheres, als er durch das Vorzügliche erlangen würde. ... Das Vorzüglichste für diesen ist, dass er das sucht, was für ihn nützlicher ist – und das ist für ihn vorzüglicher – und dass er nicht das sucht, was absolut vorzüglich ist, wenn es für ihn unmöglich oder schwierig ist und ihm das entgeht, was für ihn vorzüglicher und nützlicher ist.
Abschließende Bemerkung
Die Handlungen umfassen Vorzügliches und weniger Vorzügliches. Aber es kann etwas eintreten, das das weniger Vorzüglich zum Vorzüglichen macht. Daher ist es notwendig, diese Angelegenheit zu betrachten und zu kennen und das zu kennen, was mit dieser Vorzüglichkeit zusammenhängt. Dann ist es notwendig, die Arten der Angesprochenen und ihre Zustände zu kennen, damit jeder Mensch zu dem angeleitet wird, was ihn heilsam macht oder was für ihn das Heilsamste vom Gehorsam gegenüber Allah und Seinem Gesandten ist, und damit ihm das verboten wird, von dessen Verbot er Nutzen hat. Und er soll nicht zu einem Guten angeleitet werden, das ihn in das stürzt, was schlimmer ist als das Verbotene – bei gleichzeitigem Unvermögen dazu.
Und Allah, der Erhabene, weiß es am besten. Und unser letzter Ruf ist, dass alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten.


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