Itikāf im Ramadān

  • Veröffentlicht:17.07.2011
  • Kategorie:Itikāf
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Itikâf bedeutet für einen bestimmten Zweck in der Moschee zu bleiben, das heißt für das Anbeten Allâhs. Es ist gemäß der übereinstimmenden Meinung der Gelehrten mustahabb (empfohlen). Imâm Ahmad sagte, wie darüber von Abû Dâwûd berichtet wurde: „Ich habe von keinem Gelehrten gehört, dass es etwas Anderes sei als Sunna.“

Az-Zuhri sagte: „Wie seltsam die Muslime sind! Sie haben den Itikâf trotz der Tatsache aufgegeben, dass der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken von dieser Gewohnheit von der Zeit, als er nach Madîna gekommen war, bis zu seinem Tod nie abließ.“

Die Vorteile des Itikâf

Es gibt viele verborgene Vorteile in den Anbetungshandlungen und in ihnen liegt viel Weisheit. Der Ausgangspunkt aller Taten ist das Herz, weil der Gesandte Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Im Körper gibt es ein Organ; wenn es gesund ist, wird der ganze Körper gesund sein, und wenn es verdorben ist, wird der ganze Körper verdorben sein. Dieses Organ ist das Herz.“ (Al-Buchârî und Muslim).

Am meisten verderben das Herz Ablenkungen und Beschäftigungen – wie Essen, Trinken, Geschlechtsverkehr, zu vieles Reden, zu vieles Schlafen und zu viele soziale Kontakte und andere Ablenkungen, die die Menschen davon abbringen, sich Allâh zuzuwenden und bewirken, dass das Herz unachtsam und unfähig ist, sich auf die Anbetung Allâhs zu konzentrieren. Daher schreibt Allâh Anbetungshandlungen wie das Fasten vor, um das Herz vor den negativen Auswirkungen dieser Ablenkungen zu beschützen. Das Fasten entzieht dem Menschen tagsüber Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr, und dieser Entzug übermäßiger Genüsse spiegelt sich im Herzen wieder, das mehr Kraft erlangt, um nach Allâh zu streben, und es von den Ketten dieser Ablenkungen befreit, die einen Menschen vom Nachdenken über das Jenseits entfernen, indem sie ihn sich mit weltlichen Anliegen beschäftigen lassen.

Genauso wie das Fasten ein Schutzschild ist, der das Herz vor den Einflüssen des übermäßigen körperlichen Genusses an Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr beschützt, bietet der Itikâf einen enormen verborgenen Nutzen, der der Schutz vor den Auswirkungen der übermäßigen sozialen Kontakte ist, weil Menschen bei sozialen Kontakten übertreiben können, bis es eine ähnliche Wirkung auf einen Menschen haben kann wie übermäßig viel zu essen.

Der Itikâf bietet ferner Schutz vor den schlimmen Auswirkungen des zu vielen Redens, weil jemand normalerweise allein Itikâf durchführt, sich an Allâh wendet, indem er zusätzliche freiwillige rituelle Gebete in der Nacht verrichtet, den Qurân liest, Allâhs gedenkt, Bittgebete spricht und so weiter.

Er bietet weiterhin Schutz davor zu viel zu schlafen, denn wenn jemand Itikâf in der Moschee durchführt, widmet er seine Zeit dafür, Allâh näher zu kommen, indem er verschiedene Anbetungshandlungen verrichtet; er verbleibt nicht in der Moschee, um zu schlafen.

Zweifellos wird der Erfolg eines Menschen, sich von übermäßigen sozialen Kontakten, Reden und Schlafen zu befreien, ihm helfen sein Herz dazu zu bringen, sich Allah zuzuwenden und ihn vor dem Gegenteil beschützen.

Zusammenhang zwischen Fasten und Itikâf

Es besteht kein Zweifel, dass jemand, wenn er alle Mittel hat, um sein Herz zu läutern, indem er sich von all den Dingen fernhält, die ihn von der Anbetung ablenken könnten, wird dies wirkungsvoller sein ihm zu helfen, sich Allah in Hingabe und Demut zuzuwenden. Daher betrachteten die rechtschaffenen Vorfahren es als mustahabb, das Fasten mit dem Itikâf zu verbinden. Imâm Ibn Al-Qayyim sagte: „Es wurde nicht berichtet, dass der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken jemals Itikâf verrichtete, wenn er nicht fastete. Âischa  möge Allah mit ihr zufrieden sein sagte sogar: »Es gibt kein Itikâf außer mit Fasten.«“ (Abû Dâwûd)

Allâh erwähnte den Itikâf außer in Verbindung mit dem Fasten nicht und der Gesandte Allahs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken verrichtete den Itikâf ebenfalls nur in Verbindung mit Fasten.

Die Meinung, dass Fasten eine Bedingung für den Itikâf ist, wurde von Ibn Umar und Ibn Abbâs  möge Allah mit ihnen zufrieden sein überliefert. Es war auch die Meinung von Mâlik, al-Awzâ´i und Abû Hanîfa; von Ahmad und As-Schâfii wurden indes verschiedene Meinungen überliefert.

Hinsichtlich der Worte Ibn Al-Qayyims „Es wurde nicht berichtet, dass der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken jemals Itikâf verrichtete, wenn er nicht fastete“ gibt es etwas Raum zur Diskussion. Es wurde überliefert, dass der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken Itikâf im Schawwâl verrichtete (Al-Buchâri und Muslim), aber es wurde nicht nachgewiesen, dass er an diesen Tagen fastete, als er Itikâf verrichtete.

Die angemessenste Meinung lautet, dass das Fasten für denjenigen, der Itikâf verrichtet, mustahabb ist, jedoch keine Bedingung dafür, dass sein Itikâf gültig ist.

 

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