Litt der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) an Migräne?
Fatwâ-Nummer: 166369

  • Fatwâ-Datum:18-10-2021
  • Bewertung:

Frage

Litt der Gesandte Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) an Kopfschmerzen? Handelte es sich dabei um die sogenannte Migräne?

Antwort

Der Lobpreis gebührt Allâh und möge Allâh Seinen Gesandten sowie dessen Familie und Gefährten in Ehren halten und ihnen Wohlergehen schenken!

 

In der Sammlung authentischer Hadîthe von Al-Buchârî ist von Ibn Abbâs überliefert, dass sich der Gesandte Allâhs im Zustand der Haddsch-Weihe auf Grund einer Migräne am Kopf schröpfte. Der Hâfidh Ibn Hadschar sagte: „Das heißt auf Grund der Migräne und Kopfschmerzen. Die „Migräne“ ist ein Schmerz, der an einer der beiden Seiten des Kopfes oder an der Stirn auftritt. Die Mediziner erwähnen, dass sie zu den chronischen Krankheiten zählt und die Ursache dafür hohe Dämpfe beziehungsweise heiße oder kalte (Gas-)Mischungen sind, die zum Hirn aufsteigen. Finden sie keinen Ausweg, so treten Kopfschmerzen auf. Neigt man sich zu einer Seite des Kopfes, so tritt die Migräne ein. Die Erwähnung der Kopfschmerzen nach der Migräne bedeutet, dass man das Allgemeine nach dem Speziellen erwähnt. Es gibt sehr viele Ursachen für Kopfschmerzen, zu denen die bereits erwähnten zählen. Ferner können Magengeschwüre, Geschwüre in den Magenadern oder massive Gase beziehungsweise die Füllung des Magens Ursachen dafür sein. Heftige Bewegungen wie Geschlechtsverkehr, Erbrechen und Brechanfälle, aber auch nächtliches Wachbleiben oder übermäßiges Reden können ebenfalls Ursachen dafür sein. Auch psychische Symptome wie Sorgen, Trauer, Leid, Hunger und Fieber zählen zu den Ursachen. Außerdem zählen hierzu Vorkommnisse in Verbindung mit dem Kopf, wie beispielsweise ein Schlag auf den Kopf, ein Gehirntumor im Bauchfell, das Tragen eines schweren Objektes, wobei man Druck im Kopf verspürt, die Erhitzung des Kopfes, wenn man ein sehr schweres Objekt trägt, oder die Abkühlung des Kopfes, indem man ihn bei Kälte Wind oder Wasser aussetzt. Die Migräne im Speziellen erfolgt einzig in den Kopfadern, konzentriert sich auf die schwächste Stelle des Kopfes und wird durch das Festzurren einer Kopfbinde behandelt.

 

Ahmad überlieferte von Buraida, dass der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) ab und an Migräne hatte und einen oder zwei Tage nicht das Haus verließ. In Bezug auf das Ableben des Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) wurde bereits folgender Hadîth von Ibn Abbâs erwähnt: ‚Wir sprachen mit dem Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken), während sein Kopf bandagiert war.‘ Mit seiner Aussage von Hischâm in der ersten Überlieferung meint er Ibn Hassân. Seine Aussage auf Grund eines Leidens erläuterte er in der darauffolgenden Überlieferung.“

 

In Latâ`if Al-Ma’ârif heißt es: „Zu Beginn seiner Krankheit hatte er Kopfschmerzen, die scheinbar von Fieber begleitet wurden. Das Fieber wurde im Laufe seiner Krankheit stärker. Er saß in einer Wanne und wurde zur Abkühlung aus sieben Wasserschläuchen mit Wasser übergossen, wobei deren Knoten nicht geöffnet wurden. Er trug eine Samtbinde und wenn man seine Hand von oben darauflegte, war die Hitze des Fiebers zu spüren. Er wurde hierauf angesprochen, woraufhin er sagte: ‚So wird gewiss unsere Prüfung heftiger und vervielfacht sich für uns die Belohnung.‘ Er sagte ferner: ‚Ich leide gewiss so sehr wie zwei Männer von euch!‘ Auf Grund des heftigen Schmerzes fiel er während seiner Krankheit in Ohnmacht und wachte danach wieder auf. Dies widerfuhr ihm öfter. Einmal fiel er in Ohnmacht und die Leute dachten, er leide an einer Rippenfellentzündung. Sie zogen seine Zunge auf eine Seite und führten auf der anderen Seite Medikamente ein. Als er aufwachte, dementierte er dies und sagte: ‚Allâh gab ihr (der Rippenfellentzündung) keine Gewalt über mich! Vielmehr rührt es von der Speise her, die ich am Tag der Schlacht von Chaibar aß!‘ Sprich: Das Gift des (vergifteten) Schafes, das ihm eine Jüdin geschenkt hatte und von dem er an jenem Tag gegessen hatte, wirkte bei ihm. Dieses Gift wallte gelegentlich auf. Als er im Sterben lag, sagte er: ‚Die Speise von Chaibar holt mich immer noch ein; es gibt Momente, in denen meine Schlagader blockiert wird.‘ Ibn Mas’ûd und andere sagten: ‚Er starb auf Grund dieses Giftes als Märtyrer.‘“     

     

Und Allâh weiß es am besten!

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